Rolle des GaLaBaus für klimaresiliente Städte mit Prof. Wolfgang Günthert

Lange Hitzeperioden mit über 40 Grad, mehr Hitzetote und steigende Belastungen für die Gesundheit – damit steigt der Druck auf Kommunen, ihre Städte klimaresilienter zu machen. In der Podcast-Folge sprechen Kevin Sattler und Prof. Wolfgang Günthert vom Forschungszentrum RISK aus München genau darüber. Wenn du im GaLaBau arbeitest, wirst du schnell merken: Viele dieser Themen landen direkt auf deinen Baustellen, in deinen Kundengärten und in Gesprächen vor Ort.

Regenwasser: nicht mehr einfach „weg damit“
Gleich zu Beginn wird klar, dass das klassische System, Regen- und Schmutzwasser gemeinsam zu sammeln und schnell abzuleiten, nicht mehr zu Hitze, Wassermangel und Starkregen passt. Günthert plädiert dafür, Regenwasser vor Ort zu halten, versickern zu lassen und für Grünflächen zu nutzen. Statt „alles in die Kanalisation“ geht es darum, Wasser als Ressource zu begreifen – gerade in dicht bebauten Quartieren, in denen Grünflächen Kühlung und Lebensqualität bringen.

 

Bäume, Schottergärten und der Blick auf den eigenen Vorgarten
Ein starkes Bild der Folge sind Bäume als „Klimaanlage“ der Stadt. Günthert berichtet von hohen Investitionen in Stadtbäume, während Kevin die andere Seite aus dem Alltag anspricht: Menschen, die sich über Schatten, Laub und „Dreck“ beschweren und die große Linde vor dem Haus lieber loswerden würden. Dazu kommt das Thema Schottergärten. Kevin beschreibt, wie Kommunen versuchen, diese Flächen zurückzudrängen, weil versiegelte Vorgärten Wasser nicht im System halten und das Mikroklima zusätzlich aufheizen. Entsiegelung heißt hier ganz praktisch: Flächen so bauen, dass Fugen Wasser durchlassen, Grün wieder eine Chance bekommt und Regen nicht einfach verloren ist.

 

GaLaBau als Multiplikator für klimaresiliente Städte
Besonders spannend für dich als GaLaBauer ist der Teil, in dem Kevin Betriebe erwähnt, die in ihren Gärten gezielt Natursteine, Wiesenpflanzen und Wildblumenflächen einplanen. Günthert sieht den GaLaBau als wichtigen Kommunikator: Du bist bei den Menschen vor Ort, planst Vorgärten, Einfahrten, Dächer und kleine Grünflächen. Du kannst erklären, warum ein begrünter Vorgarten, offene Fugen oder ein Garagendach mit Begrünung nicht nur „schön öko“, sondern ein echter Beitrag zu klimaresilienten Städten sind – und welchen Mehrwert das für deine Kundinnen und Kunden persönlich hat.

 

Viele kleine Beiträge und ein klarer Mehrwert
Zum Schluss machen Kevin und Günthert deutlich, dass klimaresiliente Städte nicht an einem großen Masterplan hängen, sondern an vielen kleinen Entscheidungen: einer entsiegelten Einfahrt, einer Wildblumenfläche im Kreisverkehr, einer Baumscheibe vor dem eigenen Haus oder einer Dachbegrünung im Bestand. Kommunen müssen dafür die Rahmenbedingungen schaffen, aber ohne dein Praxiswissen im GaLaBau bleiben viele Ideen Theorie.

Wenn du hören willst, wie die beiden über Hitze, Wasser, Schottergärten, Dachbegrünung und deine Rolle im Detail sprechen, hör dir die komplette Folge „Rolle des GaLaBaus für klimaresiliente Städte mit Prof. Wolfgang Günthert“ an.

Der Gast

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Günthert

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Günthert ist ein Experte für nachhaltige Wasserwirtschaft in Deutschland und Träger des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik. Er steht für fundiertes Praxiswissen und klimaresilienten Umgang mit Wasser als Ressource.

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